VITA

Georg Eggers


1967
Es hätte eigentlich alles gut gehen müssen: Komplikationslose Geburt 1967 im beschaulichen Universitätsstädtchen Göttingen, erschreckend intaktes Elternhaus, gewaltfreie Schullaufbahn ohne Ministrantentätigkeit (wg. evangelisch), ein (noch nicht einmal abgebrochenes) Studium der Physik und Kulturtätigkeit nur im Rahmen diverser Bach- und Mozart-Tourneen für das Goethe-Institut – das alles ist nichts, womit sich absurd-humoristische Auffälligkeiten irgendwie sozialpädagogisch rechtfertigen ließen.

Dann aber verschlägt es ihn nach dem Studienabschluss in Berlin als preußischen Wirtschaftsflüchtling und Ingenieur ins gradlinige München – und der in der Wahnsinnshauptstadt geschulte Verstand braucht im Dampfkessel des bayerischen Berg- und Bürgeridylls ein Ventil.

2003,  2005 - 2009
Das findet sich 2003 an den Mikrofonen des Poetry Slams: Georg Eggers zieht unter dem Ananym „Grög!“ über Slam-Bühnen in ganz Deutschland und vertritt seine neue Heimstadt München 2005 – 2009 fünfmal bei den deutschsprachigen Meisterschaften dieser Disziplin.

2004 - 2007
In Folge eines geplatzten Pärchenurlaubs absolviert Georg Eggers 2004 eher zufällig die Sommertheaterschule des Universitätstheaters Konstanz und steht in der Konsequenz in drei Theaterproduktionen von David Gieselmanns „Herr Kolpert“ (Pizzamann), Ben Eltons „Popcorn“ (Bruce Delamitri) und Alan Ayckbourns „Glückliche Zeiten“ (Glyn)  mit der Tollhaus Theater Compagnie auf der Bühne der Pasinger Fabrik.

2009
Dann landet er mit seinem semilyrischen Soloprogramm „Wo denken Sie hin?“ 2009 ebenso auf der Bühne der Münchner Lach- und Schieß-Gesellschaft wie später in zahlreichen anderen Kleinkunstbühnen, Wirtshäusern und Literaturcafés.

2009 – 2011
Im selben Jahr wird Eggers trotz anderweitiger Wohnanschrift Mitglied der Schwabinger Bürgerversammlung und damit Darsteller der situationistischen Silvesterrevuen „Casacabul“ (Warlord, Oberregierungsrat), „Romeo und Julia im Wilden Westen“ (Romeo) und „Die Odyssee“ (n.n.). Zwischendurch würdigt die Versammlung mit der Nummerrevue „Krieg“ die Abschaffung der Wehrpflicht.

2011
Im Februar 2011 haben dann die zahllosen Gastauftritte auf Lesebühnen Konsequenzen: Georg Eggers wird fester Autor bei Münchens dienstältester Lesebühne „Westend ist Kiez“ und trägt monatlich am 1. Samstag seine neuen Geschichten und Gedichte vor.

Und dann holt der Wahnsinn des Studiums den der Bühne ein: Seit Sommer 2011 hat er das Amt des Präsidenten (in Teilzeit) der „Freien Universität Schwabing“ inne. Er übt in dieser akademischen Ausgründung der Lach- und Schießgesellschaft einen monatlichen Lehrauftrag zur „Physik des Scheiterns“ aus, in dessen Rahmen er – mit Untermauerung durch riskante Live-Experimente – große technische Erfindungen würdigt, die sich nicht im Sinne des Erfinders entwickelt haben.